Patrick Manthe (42) ist General Manager im renommierten «Chatrium Hotel & Residences Riverside» in Bangkok und führt mit über 400 Mitarbeitern einen Hotelbetrieb mit 396 Zimmern und 260 Residenzen für Gäste aus aller Welt.

Patrick Manthe passt sich der lokalen Kultur und Denkweise an, parallel dazu inspiriert er seine Mitarbeiter mit seiner Erfahrung und Ausbildung für neue Möglichkeiten. Während in Graubünden der letzte Schnee am Schmelzen ist, werden in Bangkok 36 Grad bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit gemessen. Die asiatische Lebensfreude, die Offenheit und Aufgeschlossenheit sowie die positive Denkweise erfrischen den Bündner Manthe und machen die Arbeit etwas einfacher als in Europa, wo die Mitarbeiter vielfach motiviert werden müssen. «Die Mitarbeiter sind wissensdurstig und wollen lernen, wann immermöglich» erläutert Manthe seine über zehnjährige Tätigkeit in Asien. Bereits nach seiner Berufslehre als Hochbauzeichner verspürte er den Drang und die Faszination der Ferne, zu Reisen und andere Kulturen kennenzulernen.

Ausbildung in Passugg

Die Hotelfachschule Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH) in Passugg ermöglichte ihm das Rüstzeug zu diesem Lebensstil, den er nicht Beruf nennen möchte. Hotelier ist nicht ein Beruf für fünf Tage in der Woche – unregelmässige Arbeitszeiten und emotionale Faktoren prägen die Tätigkeit. Bereits die Ausbildung in Passugg wird als Hotel geführt, Studenten leben in der Schule, kochen, servieren das Essen für Mitstudierende und lernen gleichzeitig die theoretischen Details im Klassenzimmer. Die Studierenden kommen zudem aus verschiedenen Ländern, genau dies macht die Ausbildung bereits sehr international. «Die Hotelfachschule erlaubt es, dass man eine relativ hohe Einstiegsstelle auf dem Berufsmarkt bekommen kann». Um danach erfolgreich zu sein, empfiehlt Manthe: «Es braucht viel Flexibilität und Anpassungsgabe, man muss sich mit neuen Kulturen und Gegebenheiten zurechtfinden». Viele Gespräche mit Personen aus der Hotellerie sollen zudem ein realistisches und ehrliches Bild zeigen; die Bereitschaft zum einzigartigen Lebensstil in der Hotellerie soll bewusst gefällt werden.

Die kulturellen Unterschiede

Die Tätigkeit in der Hotellerie in Asien ist anders als in Europa; während in Europa vielfach versucht wird, Kosten einzusparen, wird in Asien auf der positiven Seite des Budgets gearbeitet. Nach Manthes Worten stellen sich in Asien andere Fragen: «Wie können neue Umsätze generiert werden, und wie kann die Gästeerfahrung optimiert werden? Dies macht natürlich wesentlich mehr Spass und widerspiegelt die Einstellung der Leute in Asien». Manthe kommt ab und zu auch gerne mit seiner Familie zurück in die Schweiz für Ferien, für Besuche bei der Familie und für ein richtiges Bündner Capuns. Die kulturellen Unterschiede faszinieren ihn, genau dies sieht er als Herausforderung in der Hotellerie: «Technisches Know-how kann jedem interessierten Mitarbeiter beigebracht werden; die Erwartungen des Gastes und das Eingehen auf Kulturen und Sitten – dies bedingt, die persönliche Denkweise über die eigenen Grenzen hinaus zu erweitern».

Artikel am 29.06.2016 erschienen in der Bündner Woche

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