Was braucht es, um unter stark kompetitiven Wettbewerbsbedingungen erfolgreich zu sein und die Mitarbeitenden zu motivieren? Persönlichkeiten aus der Branche sprachen an der Hotelfachschule Passugg über mögliche Mittel und Wege.

Klaus Kobjoll, Geschäftsführer des Hotels Schindlerhof in Nürnberg als auch gefragter Redner und Querdenker, brennt für die Begeisterung von Kunden und Mitarbeitenden. Am 05. Februar 2016  konnten Studierende der SSTH die Chance nutzen, von einer grossen Persönlichkeit der Hotellerie zu lernen. Aber auch über 40 Hoteliers und Führungspersönlichkeiten fanden den Weg nach Passugg, um von Klaus Kobjoll zu erfahren, dass eine individuelle Kultur jede noch so ausgeklügelte Strategie übertrifft. Kunden müssen durch neue Erlebnisse und Emotionen begeistert werden, so Kobjoll. Für den Schindlerhof selbst erfindet er immer wieder neue, individuelle Leistungen, die seine Gäste überraschen und verblüffen. Vor allem aber lebt  er  Herzlichkeit und ist überzeugt, dass diese erfolgreicher ist als die Umsetzung standardisierter Service-Strukturen. „Be different – or die“, so ein Motto, doch er weiss, dass er hierbei insbesondere auch auf die Unterstützung seiner Mitarbeitenden angewiesen ist. Eine hohe Servicequalität kann nur durch begeisterte Mitarbeitende erbracht werden.

Neben ihm hielt Urs Kienberger vom Hotel Waldhaus in Sils-Maria sein Plädoyer für das Unnötige. Für ihn ist es in erster Linie wichtig, seine Gäste zu kennen und ihnen Wünsche zu erfüllen, von denen sie manchmal nicht mal wussten, dass sie existieren. Bei aller Kundenorientierung darf man sich jedoch auch selbst treu bleiben, seinen eigenen Gefühlen folgen und eigenwillige, manchmal sogar schräge Konzepte und Ideen umsetzen. In einem Punkt sind sich beide Redner einig: Man soll vieles ausprobieren und keine Angst vor Fehlern haben.

Diese Anregungen wurden unter den teilnehmenden Hoteliers, Betrieben und Studierenden rege diskutiert und in der darauf folgenden Podiumsdiskussion wieder aufgegriffen. An dieser nahmen neben Klaus Kobjoll und Urs Kienberger auch Melanie Salis, Programmleiterin Radio Südostschweiz, Thomas Kulcsár, Bereichsleiter Hotellerie Psychiatrische Dienste Graubünden, und Pascal Jenny, Tourismusdirektor Arosa, teil. Die Möglichkeit, mit den Top-Shots aus der Branche zu diskutieren und wertvolle Ratschläge einzuholen, wurde rege genutzt. „Ich hatte kaum genug Zeit, um mir Notizen zu all den inspirierenden Ideen zu machen“, meinte ein Teilnehmer. Man war sich einig, dass man allein mit Kundenzufriedenheit heutzutage keinen Blumentopf gewinnen kann. Ziel ist es, die Kunden insbesondere auf der zwischenmenschlichen Ebene zu begeistern. Hat man die Kunden überrascht und überzeugt, werden sie ihre Geschichten von alleine weitertragen und so die beste Werbeplattform für den Betrieb bilden. „Begeisterung ist immer übertragbar, es besteht höchste Ansteckungsgefahr!“, meinte Klaus Kobjoll abschliessend.

Durch den Tag geführt und die Podiumsdiskussion geleitet hat Stefan Klöckl, Dozent der SSTH und Business Trainer. Aufgrund des grossen Interesses wird die Veranstaltung auch im kommenden Jahr wieder durchgeführt und, wie schon diesjährig, von einem Studententeam der Hotelfachschule Passugg geplant, organisiert und begleitet.

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