Als neues Mitglied der Ecole hôtelière de Lausanne Gruppe (EHL) bietet die Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH) zwei top Abschlüsse im Hospitality Management, unvergleichbar mit anderen Schulen in der Schweiz. Mit dem zusätzlichen Top-up Bachelor (mit Curriculum der Ecole hôtelière de Lausanne) wird ein neuer Meilenstein in der dualen Ausbildung - welche die praktische mit der akademischen Ausbildung kombiniert - gesetzt. Im Folgenden gibt Knut Rupprecht, Managing Director der SSTH, ein Interview zu der Weiterentwicklung der SSTH zur Vorreiterin der Schweizer Hotelfachschulen.

F: Vielen Dank für Ihre Interviewzusage. Wie wir wissen, waren Sie an der Eröffnung von 14 Hotels beteiligt, Sie haben über zehn Jahre an der EHL unterrichtet und in grossen internationalen Hotelketten gearbeitet. Was hat Sie schliesslich dazu bewogen, an der SSTH anzufangen?

Durch die Eingliederung der SSTH in die EHL-Gruppe hat diese als erste Schule ihr Bildungsportfolio im Bereich Hospitality komplettiert. Mit der SSTH, welche in diesem Jahr ihr 50 jähriges Jubiläum feiert, deckt die EHL Gruppe zum ersten Mal das volle Spektrum der Berufsausbildung ab. Dies mit dem Ziel, zwischen jeder Phase der Hospitality Ausbildung eine Brücke zu schlagen. Die SSTH ist in der Schweiz und wahrscheinlich auch in der Welt einmalig, hier werden alle drei möglichen Qualifikationslevel der Bildung unter einem Dach zusammengeführt. Von der Berufslehre, über die Höhere Fachschule HF (als einziges englischsprachiges Programm in der Schweiz eidgenössisch anerkannt), bis hin zum akademischen Bachelor-Studium mit Curriculum der EHL. Die Absolventen werden in der Lage sein, ihr Studium mit einem Master-Diplom in Lausanne oder an anderen Hochschulen weiter zu verfolgen. Dieses Ausbildungskonzept ist völlig neu und einzigartig. Die Möglichkeit, ein solch wichtiges Projekt mit aufzubauen und zu führen stellte für mich eine spannende Herausforderung dar.

F: Sowohl die SSTH als auch die EHL gehören zu der EHL Gruppe. Wie ist die Beziehung zwischen SSTH und EHL? Von welchen Vorteilen können Studierende der SSTH als Teil der EHL Gruppe profitieren?

Beide Institutionen haben dasselbe Ziel: All ihren Absolventen einen entscheidenden Vorteil und eine erfolgreiche Karriere in der internationalen Hospitality Industrie zu ermöglichen. Es besteht eine sehr enge Beziehung zwischen beiden Institutionen, alle arbeiten eng zusammen, um die Gruppe zum Erfolg zu führen. Die EHL hat stark zu der Neugestaltung unseres HF Ausbildungsprogramms beigetragen. Dieses Programm bietet Studierenden, die einen praxisorientierten "learning by doing" Ansatz bevorzugen, eine interessante Option, um Top-Führungskompetenzen basierend auf gesammelten Erfahrungen, sowie eine hoch angesehene und staatlich anerkannte Ausbildung zu erwerben. Im Anschluss daran folgt das Top-up-Bachelor-Programm, das im September 2018 lanciert wird und aus den letzten drei Semestern des EHL-Bachelorstudienplans besteht. Offensichtlich ist die EHL in den Aufbau dieses Programms stark einbezogen, es wird ein regelmässiger Austausch von Dozierenden und Professoren zwischen den beiden Institutionen stattfinden.

Studierende an der SSTH werden von einem extrem hohen Mass an Qualität profitieren, sowohl in den Ausbildungsprogrammen, als auch in Bezug auf den Campus Lifestyle und die Infrastruktur. Wir spielen nun in der Champions League, ebenso wie die anderen Mitglieder der EHL Gruppe. Die beiden Hochschulqualifikationen der SSTH – das HF Diplom und der Bachelor-Abschluss - werden durch unsere Beziehung zur EHL untermauert. Und last but not least, Absolventen und Alumni der SSTH werden sich dem Alumni-Netzwerk der EHL anschliessen können und dieses so mit über 30'000 Alumni und mehr als 70 Chaptern weltweit zum grössten Netzwerk der Welt machen. Dies wird ein lebenslanger Gewinn sein.

F: Wie will sich die SSTH im Vergleich zu anderen Schweizer Hotelfachschulen positionieren und was sind die Spezifitäten und Vorteile der SSTH?

SSTH und EHL sind die einzigen Schulen in der Schweiz, die von der Schweizer Regierung anerkannte englischsprachige Hotelmanagement-Qualifikationen anbieten. Darüber hinaus wird der Bachelor of Science in International Hospitality Management in das europäische Bologna-System integriert und von NEASC (New England Association of School und Hochschulen) anerkannt, so dass unsere Absolventen ihre Master-Studien in den renommiertesten Universitäten der Welt weiterverfolgen können. Da die Berufsausbildung den Kernansatz unseres Programms bildet, sind unsere Studierenden besonders bekannt für ihre Führungskompetenzen, welche auf starken praktischen Fähigkeiten und viel Berufserfahrung basieren. Unser Bachelor-Abschluss von starkem akademischem Wert baut auf unseren einzigartigen HF Studiengang auf und komplettiert die praxisorientierte Erfahrung. Unsere Absolventen sind nicht nur akademisch stark, sie sind auch in der Lage, wichtige Aufgaben sofort zu übernehmen, da sie bereits einen starken praktischen Background gewonnen haben. Und das ist genau das, was die Industrie sucht: globale Führer im professionellen Hotelmanagement!

F: Sind die Ausbildungsprogramme der SSTH sowohl von der Schweizer Eidgenossenschaft als auch dem Chinesischen Bildungsministerium akkreditiert und anerkannt?

Wie bereits erwähnt, sind unsere englischsprachigen Hotelmanagement-Programme als einzige durch die Schweizer Bundesregierung akkreditiert! In Bezug auf die Akkreditierung durch das Chinesische Ministerium für Bildung wird unser Bachelor-Abschluss bereits durch die EHL anerkannt, da diese das Curriculum liefert. Die EHL Gruppe bewirbt sich derzeit um die Anerkennung des Swiss Professional Degrees, die wir bald erhalten sollten, da die Qualität durch die eidgenössische Akkreditierung bereits gewährleistet ist.

F: Sie persönlich haben viele Jahre Erfahrung im HR-Management der InterContinental Hotel Gruppe in der Schweiz gesammelt. Was würden Sie aufgrund von Ihrer Erfahrung sagen, welche Art von Studierenden wird bevorzugt von grossen, internationalen Hotelketten eingestellt?

Die Bedürfnisse der internationalen Ketten haben sich seit meinem Engagement als HR-Profi nicht besonders verändert. Das Management von Talenten, um die rasche Expansion des Tourismus und der Hotellerie zu unterstützen, bleibt eine grosse Herausforderung. Fähige Manager sollten starke Führungsfähigkeiten und soziale Kompetenz vorweisen, die nur durch eine Position in einem praktischen und professionellen Umfeld erworben werden können. Dies bedeutet, dass die Berufserfahrung zu den wichtigsten Einstellungs- und Auswahlkriterien für Kandidaten in Führungs- und Managementpositionen zählt. Diese Tatsache frustriert nicht wenige akademische Absolventen, die unmittelbar nach dem Abschluss eine Führungsposition anstreben, aber diese Möglichkeit oft nicht angeboten erhalten, da ihnen die Berufserfahrung fehlt.

Auf der anderen Seite sind professionelle und praktische Fähigkeiten nicht ausreichend, um eine erfolgreiche Karriere in einer Branche zu gewährleisten, in der das Managen von Komplexität zu einem wichtigen Thema geworden ist. Analytische und konzeptionelle Fähigkeiten sowie eine starke strategische Denkweise haben sich bei den HR-Managern zu Schlüsselkriterien der Auswahl herausgebildet. Diese Fähigkeiten entwickeln sich insbesondere während des Studiums, bei dem die Studierenden das Erforschen, Analysieren und Identifizieren von "out of the box" Möglichkeiten durch das Abwägen zwischen wichtigen Optionen lernen.

SSTH Studierende repräsentieren das Beste aus diesen beiden Welten. Nach dem Studienabschluss  weisen sie bereits zwei Jahre an Berufserfahrung in der Branche auf und haben im Zuge ihrer Ausbildung auch Betriebs- und Führungserfahrungen im Schulhotel gesammelt. Mit dem Bachelor-Abschluss, der als weltweite Referenz für die Hotellerie betrachtet werden kann, können unsere Studierenden auch die konzeptionellen, analytischen und strategischen Fähigkeiten vorweisen, welche die Branchenführer in ihren Managern und Führungspersonen suchen.

F: Die SSTH befindet sich in Graubünden, einer top Tourismus-Destination. Haben die Studierenden der SSTH Möglichkeiten für Praktika und Beschäftigungen in der Region?

Studierende, welche bei uns in das Preparatory Year einsteigen, absolvieren zunächst ein Einführungs-Semester auf dem Campus zur Vorbereitung auf ein 6 - 7 monatiges Praktikum in einem unserer Partner-Hotels in Graubünden. Über einen Zeitraum von 18 Wochen werden sie in Bezug auf ihre praktischen Fähigkeiten in Küche, Service und Housekeeping geschult. Des Weiteren unterlaufen sie eine intensive Ausbildung in der deutschen Sprache. Dies sollte ihnen eine reibungslose Integration in die Praktikumsbetriebe garantieren, in welche sie durch unsere Career Services Abteilung platziert werden.

Der Lehrgang der Höheren Fachschule setzt sich auch aus zwei 6 monatigen Praktika zusammen, wobei das erste Praktikum in der Schweiz zu absolvieren ist. Auch hier erhalten die Studierenden durch unsere Career Services Abteilung die Möglichkeit für Praktikumseinsätze, auf die vermittelten Einstellungsgespräche werden sie gut vorbereitet und geschult.

Praktika in der Schweiz werden mit einem Bruttolohn von CHF 2'172.-/pro Monat entlohnt.

F: Es wird gesagt, dass die SSTH die einzige Hotelfachschule sei, die jemals eingeladen wurde, um am  World Economic Forum in Davos mitzuarbeiten. Welche Art von Studierenden kann ausgewählt werden, um solche Berühmtheiten zu bedienen? Unterstützt dies die Laufbahnentwicklung von Studierenden?

Das jährlich stattfindende WEF ist nur eine der zahlreichen Möglichkeiten, an prestigeträchtigen  Veranstaltungen, an die unsere Studierenden regelmässig zur Teilnahme eingeladen werden, mitzuarbeiten. Studierende, welche die für diesen Anlass erforderliche Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, dürfen daran teilnehmen. In diesem Jahr haben die WEF Organisatoren auf das Eröffnungs- und Abschluss-Buffet verzichtet, bei dem wir in der Vergangenheit mitgeholfen haben. Aber wir wurden aufgefordert, bedarfsweise die Veranstaltungen in den lokalen Hotels zu unterstützen. Die Teilnahme an solchen exklusiven Veranstaltungen trägt zur Entwicklung von praktischen Erfahrungen bei, die Hoteliers bei Absolventen bei der Einstellung suchen, und sie sind eine wichtiger Zusatz in den Lebensläufen unserer Studierenden.

F: Auf was freuen Sie sich in Bezug auf die Zukunft der SSTH?

Derzeit besteht unsere Hauptherausforderung darin, unser nationales und internationales Publikum über die Besonderheiten unseres dualen Bildungssystems (mit praktischer und akademischer Ausbildung) zu informieren, die das Herz des wirtschaftlichen Erfolgs der Schweiz bilden. Immer mehr Länder, darunter auch Singapur und Südkorea, sind derzeit dabei, das Schweizer Bildungsmodell zu übernehmen, da sie erkannt haben, dass es ein Überangebot  an Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gibt, sie jedoch praxisorientierte Fachkräfte benötigen. Eine Ausbildung auf der Grundlage praktischer Fachkompetenz, kombiniert mit starken akademischen Fähigkeiten, ist die Zukunft, aber muss erklärt und verstanden werden. Die Welt der Hochschulbildung durchläuft einen Paradigmenwechsel, und ich glaube wirklich, dass das SSTH Modell ein Beispiel sein wird, nach dem die Wirtschaftsführer streben.

Knut Rupprecht, vielen Dank für das Interview.

Sind auch Sie an einem Studium an der SSTH interessiert?
Mehr Informationen finden Sie unter: www.ssth.ch

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